Ausbildung


Ausbildungszeit:
3 Jahre (bei entsprechendem Abschluss, verkürzte Lehrzeit möglich)

Ausbildungsort:
Praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb, bzw. auf Baustellen

Berufsschule:
Dachdeckerschule in Karlsruhe (Blockunterricht)

Unterrichtsfächer:
Werkstoffkunde, Bauphysik, Fachzeichnen, Materialkunde

Ausbildungsvergütung:
Entsprechend dem Ausbildungstarifvertrag des Dachdeckerhandwerks

Voraussetzungen:
Handwerkliches Geschick, Schwindelfreiheit, Teamgeist

Perspektiven:
Relativ sichere Zukunft, da die Arbeit des Dachdeckers reine Handarbeit ist, die keine Maschine ersetzen kann

Bewerbung:
Bei jedem Innungs-Dachdeckerbetrieb, zunächst am besten anrufen, ob ausgebildet wird, dann schriftliche Bewerbung und evtl. persönliche  Vorstellung
 
 

Der Beruf, bei dem es drunter und drüber geht
 

Dachdecker ist einer der vielseitigsten Handwerksberufe
 

Was haben Schwimmbäder, U-Bahn-Röhren, Dachgärten und Solaranlagen gemeinsam? Den Dachdecker. Denn er ist der Experte für die gesamte Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik.

Wer den Dachdecker also stets in schwindelnder Höhe vermutet, kennt nur einen Teil seines Berufsbildes. Dachdecker sind nämlich ebenso zuständig für die Abdichtung von Fundamenten, ja sogar Schwimmbecken, Deponien oder Tunnels. Und wenn eine bisher ungenutzte Dachfläche grünen und blühen soll, ist auch für diese Dachbegrünung der Dachdecker der richtige Ansprechpartner.

Genutzt werden kann eine Dach- oder Fassadenfläche natürlich auch für die Energiegewinnung per Sonnenlicht. Ob Fotovoltaik zur Stromerzeugung oder Solarthermie zur Warmwasserbereitung: Dachdecker installieren die Module und Kollektoren fachgerecht auf dem Dach oder integrieren sie in die Fassade.
Wenn die Bewohner einer Dachwohnung weder im Winter frieren noch im Sommer „brüten“, haben sie das meist einem Dachdecker zu verdanken – er hat für eine optimale Wärmedämmung gesorgt.

Schon diese wenigen Beispiele zeigen, dass der Dachdecker zu den wohl vielseitigsten Handwerksberufen gehört. Entsprechend umfassend ist die Ausbildung. Hier wird das Be- und Verarbeiten der unterschiedlichsten Werkstoffe erlernt. Zur „Grundausbildung“ gehört bis heute der Schiefer. Aber auch der fachgerechte Umgang mit Keramik (=Tonziegel), Beton (=Dachsteine), Metallen und Kunststoffen wird während der dreijährigen Ausbildungszeit vermittelt. Seit wenigen Jahren ist auch der Holzbau fester Bestandteil des Dachdeckerberufs und damit der Ausbildung.

Wie bereits erwähnt ist der Arbeitsplatz des Dachdeckers nicht immer ganz oben – dafür aber seine Position auf der Tabelle der „bestverdienenden Azubis“. Die Vergütung steigt von 500 € im ersten Ausbildungsjahr auf 680 € im 2. und auf 960 € im 3. Jahr der Lehre (Tarif pro Monat, seit 1. September 2012). Nur wenige Ausbildungsberufe werden noch besser bezahlt.

Dank der Vielseitigkeit seines Berufsbildes können Dachdecker auch über Auftragsmangel kaum klagen. Entsprechend gefragt sind auf dem Markt gute Dachdeckergesellen (und -gesellinnen) und erst recht qualifizierter Nachwuchs. Grundvoraussetzungen zum erfolgreichen Einstieg in den Dachdeckerberuf sind gute Mathematik- und Deutschkenntnisse, räumliches Vorstellungsvermögen, Spaß am Handwerk und natürlich ein gesundes Maß an Sportlichkeit.


Freisprechungsfeier in Karlsruhe 2004 (Handwerkskammerbezirk Ulm)


Freisprechungsfeier in Karlsruhe 2005 (Handwerkskammerbezirk Ulm)