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Teure Schäden nach Dachreinigung
 

Ist das Dach winterreif? Kontrolle durch den Fachbetrieb kann viel Ärger ersparen
 

Dünn Drüber? Wie sinnvoll sind Dachbeschichtungen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Aktuelle Information der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. vom 28.03.2003:

Teure Schäden nach Dachreinigung

Reisende Dachreinigungsfirmen, die ihre Dienste an der Haustür anbieten, setzen üblicherweise Hochdruckreinigungsgeräte ein. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt vor der Auftragserteilung an solche Firmen, da Wasser- und Bauschäden drohen. 
Eine Hochdruckreinigung der Dachflächen schönt zwar den optischen Gesamteindruck eines Gebäudes, das Wasser kann jedoch zwischen den Ziegel- oder Betonplatten in die Dachkonstruktion eindringen. Ist das Dach ausgebaut, droht der Wärmedämmung Durchfeuchtung - oft ohne dass dies zunächst bemerkt wird. Ein weiteres Risiko: Bei jedem Begehen des Daches können einzelne Dachplatten brechen. Durch eindringenden Regen entstehen in der Folgezeit möglicherweise schwerwiegende Bauschäden. Da Schmutzablagerungen, Vogelkot oder Moosansatz in aller Regel keine Schäden verursachen, empfiehlt die Verbraucherzentrale daher, sich lieber mit den harmlosen Alterungserscheinungen von Dachdeckungen abzufinden. Die Hochdruckreinigung von Asbestzementplatten ist wegen der dabei entstehenden Faserbelastung ausdrücklich verboten. 
In einem der Verbraucherzentrale vorliegenden Fall wurde der Wasserschaden erst entdeckt, als die Dachreiniger bereits weiter gezogen waren. Auf der Rechnung fand sich keine Adresse des Unternehmens, sondern lediglich eine Handynummer, unter der sich aber niemand meldete. Christian Michaelis, Bauexperte der Verbraucherzentrale: "Grundsätzlich bergen an der Haustür abgeschlossene Verträge über Werkleistungen besondere Gefahren: Hier geht es regelmäßig um hohe Auftragssummen, über die Betroffene ohne ausreichende Bedenkzeit entscheiden sollen". Wird ein Werkvertrag mit einer unangemeldet an der Haustür auftauchenden Firma abgeschlossen, besteht das Recht, innerhalb von zwei Wochen vom Vertrag zurückzutreten - unter besonderen Umständen sogar zeitlich unbegrenzt. Dazu berät das Servicetelefon Bauen/Wohnen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. dienstags bis donnerstags zwischen 10 und 18 Uhr unter 0190-77444-5 (€ 1,24/min).

Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. online: www.verbraucherzentrale-bawue.de

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Ist das Dach winterreif?

Kontrolle durch den Fachbetrieb kann Hausbesitzern und Hausverwaltungen viel Ärger ersparen

Die Vernunft setzt sich durch – jedenfalls bei Autofahrern. Immer mehr Fahrzeugbesitzer bereiten ihr Auto auf den Winter vor und lassen es von Fachleuten gründlich durchchecken.

Bei den Hausbesitzern, leider auch den Hausverwaltungen, ist ein solches Vernunft-Denken noch immer keine Selbstverständlichkeit. Dabei ist eine Dachwartung vor dem Winter besonders wichtig. Und das nicht nur, weil Winterstürme auch in unseren Breitengraden keine Seltenheit mehr sind.
Wie die Schadens-Statistik zeigt, sind Dächer, die schlecht oder gar nicht gepflegt und gewartet wurden, häufiger von Sturmschäden bedroht als gut gewartete Nachbardächer. Der Grund: Viele nur für den Fachmann erkennbare Hinweise auf beginnende Dach-Schäden werden nicht entdeckt. Damit hat der Wind (und noch häufiger der Windsog) einen Angriffspunkt. Schon ein einziger gelockerter Ziegel kann ursächlich für ein vollständig vom Sturm abgedecktes Dach sein. Dazu droht Gefahr bei abrutschenden Schneebrettern. Sie können gelockerte Dacheindeckungen leicht mit in die Tiefe reißen.

Es kündigt sich aber nicht nur Sturm an. Wenn die Ableitung von Regen- und Schmelzwasser z. B. durch Äste und Laub rings um Dachfenster, in Kehlen oder Dachrinnen behindert wird, bahnt sich das Wasser einen neuen, eigenen Weg. Und der kann durch Rückstau direkt unter die Dacheindeckung führen. Sichtbare Schäden an den darunter liegenden Schichten, der Dämmung oder den tragenden Teilen der Dachkonstruktion treten dann oft erst Jahre später auf. Doch dann wird es teuer für den Hausbesitzer, der die Wartung sparen wollte.

Wird die Wasserableitung über die Dachrinnen behindert oder sind diese undicht, können sich gefährliche Eiszapfen bilden. Ebenso kann sich der Gehweg unter der undichten Dachrinne in nur wenigen Stunden in eine spiegelglatte Eisbahn verwandeln. Wird auf diesem Gehwegabschnitt ein Passant durch einen Sturz verletzt, hilft auch die beste Hausbesitzer-Haftpflichtversicherung nicht weiter. Dem nachlässigen Hausbesitzer drohen Regressansprüche.

Doch selbst wenn jeder Appell an die Vernunft nicht hilft: Spätestens bei der Heizkostenbilanz nach dem Winter setzt sich bei vielen Hausbesitzern ein „Dach-Bewusstsein“ durch. Noch immer entspricht nämlich nach Expertenschätzung die Wärmedämmung bei über 5 Mio. Wohnungen in Deutschland nicht den Standards der seit dem 1. Februar 2002 geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV). Ein erster Hinweis auf eine mangelhafte Wärmedämmung kann eine Dachfläche sein, die auch nach dem Wintereinbruch schnell frei von Rauhreif und Schnee ist. Bei einem ersten Dach-Check nimmt der Fachmann vom Dachdecker-Innungsbetrieb auf Wunsch auch die Dämmung des Dachgeschosses unter die Lupe.

Vernunft vor dem Winter zahlt sich in jedem Fall aus – ob beim Auto oder beim Hausdach.

Weitere Informationen rund um das Dach und Anschriften von qualifizierten Dachdecker-Innungsbetrieben gibt es im Internet unter www.dachdecker.de
 
Wären die gelockerten Kupferbleche nicht rechtzeitig – bei der Dachwartung – entdeckt worden, müsste der Hausbesitzer spätestens im Frühjahr in eine teure Reparatur investieren.

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Dünn drüber?

Wie sinnvoll sind nachträgliche Dachbeschichtungen?

HF – Seit einigen Jahren freut sich eine Branche über immer dickere Auftragsbücher: die Dachbeschichter. Ihre Informations- und Verkaufsstände fehlen auf praktisch auf keiner Regionalmesse, und ihr Außendienst besucht selbst die kleinsten Dörfer. Versprochen wird eine nachträgliche Beschichtung der alten Dachoberfläche, um eine Bemoosung zu verhindern und die Lebensdauer des Daches sogar aufs Doppelte zu verlängern.

Fachleute des Landesinnungsverbandes des baden-württembergischen Dachdeckerhandwerks haben die Arbeiten der Dachbeschichter einmal gründlich unter die Lupe genommen.
Vor der Beschichtung wird die Dachfläche gereinigt. Diese Reinigung kann aber nur sehr oberflächlich sein, da bei verfalzten Eindeckungen und in den Bereichen der Überdeckung auch nach der Reinigung Schmutz und Ablagerungen verbleiben.

Nach dem Abtrocknen der Dachfläche wird die Beschichtung – meist auf Acrylbasis – aufgebracht. Doch anstatt jahrelanger Haltbarkeit zeigen sich schon nach kurzer Zeit erste Ablösungen – und zwar zuerst im Bereich der Überdeckungen und Verfalzungen, weil hier durch die verbliebenen Verschmutzungen keine dauerhafte Verbindung zum Eindeckungsmaterial hergestellt werden konnte. In diese Haarrisse dringt Feuchtigkeit ein und löst schon bald größere Teile der Beschichtung ab. Das Ergebnis ist bereits nach wenigen Jahren ein fleckiges Dach. 

Die Lebensdauer der Eindeckung wird übrigens durch eine Beschichtung keinesfalls verlängert, sondern kann sich sogar verkürzen, weil die Beschichtung z. B. die keramischen Eigenschaften einer Ziegeleindeckung negativ beeinflussen kann. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass bei einer unsachgemäßen Dachbegehung durch die Beschichter Schäden erst entstehen können.

Absolut abzuraten ist von der nachträglichen Beschichtung von asbestzementhaltigen Dächern. Die Reinigung würde krebserzeugende Faserteilchen aus der Fläche lösen und wird daher als Ordnungswidrigkeit – auch gegen den Hausbesitzer – verfolgt. Außerdem können Nachbarn gegen den Hausbesitzer Strafantrag wegen Körperverletzung stellen.

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